Sohyun Park gegen Francesca Curmi: Im dritten Satz ist der Akku leer

Sohyun Park vs Francesca Curmi
Endstand: 6:7 / 6:2 / 1:6

Am Ende fiel das Ergebnis deutlich aus, aber zuvor sahen die Zuschauer packende Ballwechsel zwischen zwei Spielerinnen, die auf Augenhöhe lagen und sich lange Rallys mit spektakulären Abschlüssen lieferten.

In der ersten Halbfinalbegegnung am Samstag standen sich auf dem Center Court mit Sohyun Park aus Südkorea und Francesca Curmi aus Malta zwei im Bessunger Turnier topgesetzte und sehr ambitionierte Spielerinnen gegenüber, die dem Namen „Tennis International“ alle Ehre machen.

Die 23 Jahre alte Park aus Seoul hat sich in wenigen Jahren zu Südkoreas Aushängeschild im Damentennis entwickelt, steht aktuell auf Platz 307 der WTA-Rangliste und kann bereits sieben Titel in Einzelwettbewerben verbuchen. Ihr Spielstil ist geprägt von perfekt platzierten, kraftvollen Vor- und Rückhandschlägen, früher Ballannahme und aggressiven Returns. Darüber hinaus verfügt die Asiatin über große mentale Stärke, die ihr in schwierigen Situationen im Match hilft, wovon sich die Zuschauer im Verlauf der Woche in Bessungen auf dem Weg Parks ins Halbfinale überzeugen konnten. Sie gab im gesamten Turnier keinen Satz ab und gewann alle Spiele in deutlich unter zwei Stunden.

Dem Zeitfaktor kam im Halbfinale womöglich eine entscheidende Rolle zu, denn Francesca Curmi musste nach ihrem schnellen Erstrundensieg über Fiona Ganz (SUI) im Turnierverlauf deutlich mehr Kraft auf dem Platz lassen als ihre Gegnerin Park. Im Viertelfinale brachte Vivian Wolff (USA) die Malteserin an den Rand einer Niederlage und diese musste in drei Sätzen 2 Stunden 15 Minuten hart um den Einzug ins Halbfinale kämpfen.

Die 23 Jahre alte Nummer 369 der Welt gilt in ihrer Heimat Malta als Nationalheldin und Vorbild für den Tennisnachwuchs. Sie überzeugt mit variablen Kick-Aufschlägen und, ähnlich wie Park, mit früher Ballannahme und kraftvoll platzierten Vorhandschlägen sowie aggressiven Returns.

Vor bereits gut gefüllten Zuschauerrängen schlug Park bei schwülen 30 Grad zum ersten Halbfinalspiel des Tages auf. Curmi begann sehr konzentriert und ging schnell mit 2:0 in Führung, da Park mit dem ersten Aufschlag ihrer Gegnerin überhaupt nicht zurecht kam. Die Südkoreanerin versuchte, mit hohen Bällen den Druck zu reduzieren und streute nun auch vermehrt Stoppbälle ein, die Curmi nicht erlaufen konnte. Beide Spielerinnen verloren immer wieder ihren Aufschlag, sodass der Tiebreak die Entscheidung im ersten Satz bringen musste. Dieser ging mit 7 (7) : 6 (2) nach 54 Minuten an Francesca Curmi.

Nach einer Toilettenpause schlug die Malteserin zum zweiten Satz auf, übte sofort wieder spielerischen Druck auf ihre Gegnerin aus und ging erneut in Führung. Park begann nach etlichen Bällen, die direkt unerreichbar auf der Linie landeten, mit ihrem Spiel zu hadern. Noch war ihr Akku aber voll geladen, sie besann sich auf ihre spielerischen Stärken und punktete mit exzellent platzierten Bälle sowohl mit ihrer beidhändigen Rück- als auch der Vorhand. Curmi unterliefen vermehrt Fehler und Park nutzte diese Schwächephase zum Satzgewinn (6:2).

Zu Beginn des dritten Satzes sah alles nach einem Sieg der Südkoreanerin aus, die stark begann, gut zum Ball stand, perfekt retournierte und Curmi zu Fehlern zwang. Nach der 1:0 Führung aber erlebten die Zuschauer eine überraschende Wende und einen Einbruch im Spiel Parks, der eigentlich nur emotional zu erklären war. Curmi variierte nun ihre Aufschläge perfekt, setzte mehrere Returns unerreichbar auf die Linie und erlief spektakulär einen Stopp. Schnell stand es 4:1 für die Malteserin und Park, die fast hilflos wirkte und der nichts mehr gelang, musste sich nach einem für sie völlig enttäuschenden dritten Satz aus dem Turnier verabschieden.

Francesca Curmi zieht nach zwei Stunden und zwei Minuten, in denen sie abermals ihren Kampfgeist, Willen und ihr sportliches Können unter Beweis gestellt hat, verdient in das Finale ein, wo sie am Sonntag auf die Deutsche Josy Daems trifft, die im zweiten Halbfinale sensationell die hier an Platz zwei gesetzte Schwedin Kajsa Rinaldo Persson besiegte.

(hei)

Francesca Cumi (MAL)

Sohyun Park (KOR)