Francesca Curmi gegen Sarah Iliev: Favoritin strauchelt, fällt aber nicht
Francesca Curmi gegen Sarah Iliev
Endstand: 6:2 / 6:3
Hochklassige Grundlinienduelle, brillante Stopps, aber auch viele Fehler und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen: Das zweite Spiel am Donnerstag auf dem Center Court hielt die Zuschauer in Atem. Der auf dem Papier deutliche Endstand bringt den Spielverlauf nicht zum Ausdruck.
Mit der 18 Jahre alten Sarah Iliev aus Frankreich stand am Donnerstag in Bessungen eine Spielerin auf dem Platz, die ursprünglich als Qualifikantin gelistet war, aber im Nachrückverfahren direkt ins Hauptfeld gelangte. Dort traf sie am Mittwoch in der ersten Runde auf die Niederländerin Madelief Hageman. Die junge Französin konnte das enge und spannende Dreisatz-Match mit 7:6 (9), 4:6, 6:3 für sich entscheiden und traf nun auf die hier an Nummer drei gesetzte Malteserin Francesca Curmi, die in der ersten Runde die Schweizerin Fiona Ganz mit einem Kantersieg aus dem Turnier fegte. Die Zuschauer durften dennoch gespannt sein, denn beim letzten Aufeinandertreffen der beiden jungen Spielerinnen beim W75 Turnier im französischen Blois im Juni diesen Jahres schlug die Französin die Malteserin glatt in zwei Sätzen.
Bei perfektem Tenniswetter schlug Iliev pünktlich zum ersten Spiel auf und musste sofort ein Break hinnehmen. Davon unbeeindruckt entwickelte die zierliche Französin ihr erstaunlich kraftvolles Spiel. Immer wieder brachte sie mit druckvollen und perfekt platzierten Vorhandbällen Curmi zur Verzweiflung, der vermehrt Fehler unterliefen und die sichtlich unzufrieden mit der eigenen Leistung mit sich haderte und immer wieder den Kontakt zu ihrem Trainer suchte.
Nur mit Mühe gelang der Favoritin aus Malta das 3:2. Ihr erster Aufschlag, der extrem wichtig für ihr druckvolles Spiel ist, kam nicht wie gewohnt und so ging es immer wieder über Einstand. Durch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung, der einen Ball von Iliev im Aus sah, ging Curmi mit 4:2 im ersten Satz in Führung. Danach war ein deutlicher Bruch im Spiel der jungen Französin zu erkennen. Es unterliefen ihr mehr Fehler und so ging der erste Satz etwas unglücklich für Iliev und nach dem Spielverlauf auch zu deutlich mit 6:2 an Francesca Curmi.
Der zweite Satz begann genauso schlecht für die Französin. Sie verlor sofort zu Null ihr Aufschlagspiel, in dem ihr allein zwei Doppelfehler unterliefen. Die Zuschauer staunten aber nicht schlecht, als die junge Französin nun ihren Kampfgeist entdeckte und zurück zu ihrem starken Spiel fand. Umgehend schaffte sie das Reabreak und brachte Curmi mit ihrer starken Vorhand zur Verzweiflung. Schnell ging sie 3:2 in Führung und Curmi rief in Richtung ihres Trainers entnervt: „Her forehand! She makes me run so much!“
Diese Erkenntnis kam spät, aber nicht zu spät, denn nun änderte Curmi ihre Taktik und spielte verstärkt die Rückhand ihrer Gegnerin an, um deren gefährliche Vorhand zu entschärfen. Dies gelang der Malteserin zum Ende des Matches perfekt. Die Konstanz im Spiel Ilievs ging unter dem druckvollen Tennis ihrer Gegnerin verloren und es schlichen sich immer mehr Fehler ein. Curmi, die sich lautstark selbst pushte, gewann alle folgenden Spiele und zog nach einer Stunde und 27 Minuten letztendlich verdient ins Viertelfinale l ein, wo sie am Freitag auf die Siegerin aus der Abend-Begegnung Astrid Lew Yan Foon (Fra) gegen Vivian Wolff (USA) trifft.
(hei)























