Nina Vargova gegen Marie Vogt: Sonnenuntergang mit Gänsehaut
Nina Vargova gegen Marie Vogt
Endstand: 7:7 / 5:7 / 5:7
Nerven aus Stahl, Punkte auf Messers Schneide: als hätte jemand den Spannungsregler auf Platz fünf hochgedreht, lieferten sich Vargova und Vogt am Mittwochabend ein intensives Match – bis zum Schluss. Bis zum letzten Ballwechsel bot es Spannung pur und wurde am Ende hauchdünn entschieden.
1:1, 2:2, 3:3, 4:4: Bereits nach den ersten Spielen war klar, wie marginal der spielerische Unterschied von 136 Plätzen in der Damen-Weltrangliste ausfallen kann. Unter wolkenverhangenem Himmel schenkten sich die jungen Damen nichts – hier ging es um mehr als Geld. Es ging um geschicktes Tennis. Von Beginn an schwang das Pendel der Spielerin, die die Zügel in den Händen hält, stetig hin und her.
Mal dominierte die Slowakin Nina Vargova durch schnittfesten Slice und gut gesetzte Stopps – mal die Deutsche Marie Vogt mit schnellen Aufschlägen und langer Cross-Vorhand. Die Bälle wurden nicht gespielt, sondern gezielt gesetzt: kurz hinters Netz oder lang cross in die Ecke. Der Kampf um die Punkte unerbittlich, der Siegeswille unerschütterlich. Spätestend beim 5:5 war klar: hier gewinnt oder verliert keine schnell. Die Trainerin von Vargova am Rande des Platzes machte sich Notizen, coachte ihren Schützling. Die Ballwechsel waren nicht lang, aber intensiv und die Slowakin machte den ersten Satz mit 7:5 zu.
Als im zweiten Satz die Sonne durch die graue Wolkendecke strahlenförmig leuchtete, setzte Vogt nach dem 2:2 zur Führung an und besiegelte auch die Folgespiele zu einem 4:2. Jeder Aufschlag ein Schuss, jeder Stopp gesetzt, jeder Return ein kleiner Akt der Rebellion. Ihre Angriffsbälle verwandelte sie gekonnt – mal cross lang in die Ecke oder longline an der Gegnerin vorbei. Vogt entschied den zweiten Satz für sich – auch hier mit einem 5:7.
Doch vorbei sein sollte es noch lange nicht. Wie bereits am Vortag schenkten sich die Gegnerinnen des Abend-Matches nichts, jeder Punkt wurde erkämpft, bis das Flutlicht beinahe zu seinem zweiten Einsatz kam. Aber eben nur beinahe. Unerbittlich schossen sie im dritten Satz die gelbe Kugel über das Netz. Vargova gegen Vogt – Vogt gegen Vargova – im Zweifel sollte der Schiedsrichter den Abdruck auf dem Sandplatz prüfen.
Das Endergebnis war schließlich wie das Match: ausgeglichen und intensiv. 7:5 – 5:7 – 5:7 .
Das Spiel am Mittwoch endete nicht mit einem Knall, sondern mit einem befreienden Seufzer und einer stolzen Siegesfaust von Marie Vogt.
(sw)























