Fernanda Labrana gegen Josy Daems: Konzentriert und überzeugend zum Erfolg

Fernanda Labrana vs Josy Daems
Endstand: 2:6 / 2:6

Es war eine beeindruckende Vorstellung der Deutschen Josy Daems, die am Donnerstag auf dem Sparkassen Court in Bessungen gegen die Chilenin Fernanda Labrana antrat. Mit druckvollem und vor allem variantenreichem Tennis setzte sie ihre Gegnerin unter ständigen Druck und meisterte die wenigen kritischen Momente des Matches souverän.

Dabei begann das Match alles andere als ideal für Daems. Schnell geriet sie mit 0:2 in Rückstand, bevor die 19-Jährige ihre ganze Klasse zeigte, sofort ein Re-Break erzielte und mit einem präzisen Volley am Netz zum 2:2 ausglich. Serve-and-Volley war an diesem Tag eine ihrer größten Stärken, auch wenn ihr am Netz gelegentlich kleine Fehler unterliefen.

Besonders auffällig war, wie nah sie bei den Aufschlägen von Labrana an der Grundlinie stand, um diese sofort aggressiv zu attackieren. Diese Taktik brachte die Chilenin, die derzeit auf Platz 506 der Weltrangliste geführt wird, häufig in Bedrängnis. Trotz ihrer Bemühungen, die Breite des Feldes auszunutzen, zeigte sich Daems äußerst beweglich und laufstark.

Im Laufe des Spiels wuchs der Frust bei der 26-jährigen Labrana. Nach dem verlorenen Spiel zum 2:5 feuerte sie frustriert einen Ball aus dem Court, der auf dem Centre Court landete und dort für Verwirrung sorgte. Der Schiedsrichter erteilte ihr eine Verwarnung. Daems sicherte sich den ersten Satz mit ihrem bereits erwähnten „Serve and Volley“ mit 2:6.

Das erste Aufschlagspiel von Labrana im zweiten Satz zog sich dann gefühlt endlos hin. Nach hartem Kampf und mehreren vergebenen Breakbällen auf beiden Seiten entschied die Chilenin es schließlich für sich und erhöhte auf 1:2. Das Spiel zum 1:3 war erneut hart umkämpft, doch danach zog Daems auf 1:5 davon. Labrana konnte nach einigen leichten Fehlern von Daems noch das Spiel zum 2:5 holen, doch dann machte Josy Daems den Sack zu, erneut mit ihrem dominanten „Serve and Volley“.

Herzlichen Glückwunsch an Josy Daems, die an diesem Donnerstag auf ganzer Linie überzeugte. Sie blieb ruhig, lamentierte nicht über einfache Fehler, die bei einem aggressiven Spielstil unvermeidlich sind, sondern blieb fokussiert und zog ihr Spiel konsequent durch. Da gab es für DTB-Trainer Dirk Dier wenig zu kritisieren. Mit einer solch konzentrierten Leistung hat sie auch im Viertelfinale durchaus eine Chance.

(ps)

Fernanda Labran (CHI)

Josy Deams (GER)