Der unbedingte Wille bringt den Sieg
Irene Burillo vs. Alicia Herrero Linana
Endstand: 7:6, 6:4
Auf den internationalen Tennisseiten wurde die Siegwahrscheinlichkeit mit 50,1 zu 49,9 Prozent eingeschätzt – ein Fingerzeig für das erste Duell zwischen den beiden Spanierinnen. Nach einer Regenpause startete das Match gegen 11:40 Uhr mit leichter Verspätung, dafür bei angenehmen 22 Grad.

17.07.2026, Tennis International 2026, Darmstadt
German, Masters, Series, Damen
Irene Burillo (ESP)
Foto: Herbert Krmer
Die 28-jährige Jessica Burillo, die 2024 ins Hauptfeld der French Open gerutscht war, hatte zunächst ihre Probleme, sich auf die laufstarke Gegnerin einzustellen, die nahezu jeden Ball erlief. Beim Stand von 1:3 wurde der Blickkontakt zum Coach intensiver, doch es half wenig. Man gewann den Eindruck, Burillo müsse ihren langen Matches Tribut zollen – zumal sie auch noch im Doppel im Einsatz ist. Beim 1:5 der ein Jahr jüngeren Cristina Herrero, die im Ranking auf Position 385 und damit gut 100 Plätze schlechter als Burillo (264) notiert ist, schien ein schnelles Ende des ersten Satzes nur noch Formsache. Zudem hatte sie Aufschlag zum Satzgewinn.
Aber weit gefehlt. Die Spanierin aus Saragossa hatte im Turnierverlauf bereits mehrfach ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt. Bei inzwischen 27 Grad wurden die Bälle schneller und es fiel Herrero zunehmend schwerer, jeden Ball zu erlaufen. Die Schläge der 27-Jährigen aus der Provinz Valencia wurden ungenauer, auch sie schien nun ihrerseits müde zu werden. Prompt verlor sie fünf Spiele in Folge, konnte sich aber noch in den Tiebreak retten. Dort spielte Burillo jedoch konzentrierter und münzte ihren Schwung zum 7:2 und damit zum Satzgewinn um. Beide Spielerinnen verließen zunächst den Court, während auf dem Nebenplatz ein Medical Timeout ablief.

17.07.2026, Tennis International 2026, Darmstadt
German, Masters, Series, Damen
Alicia Herrero Linana (ESP)
Foto: Herbert Krmer
Der gegenseitige Abnutzungskampf ging nach der Pause weiter, allerdings mit dem besseren Start für Burillo. Bei beiden war die Fehlerquote enorm niedrig, das Laufvermögen hoch, und oft entschieden Nuancen in der Konzentration darüber, wer die Bälle näher an die Linien brachte. Bei Herrero schlichen sich nun mehr Fehler ein, das „¡vamos!“ war vermehrt zu hören. Doch zwei Rückhandfehler ihrer Kontrahentin brachten sie auf 4:3 heran, und sie konnte sogar ausgleichen – der zweite Satz war wieder offen!
In dieser Phase spürte man jedoch den unbedingten Willen der Frau aus Saragossa. Sie holte sich tatsächlich das Break und erreichte anschließend mit ihrem unbedingten Siegeswillen das 6:4. Der zweite Satz und damit das ausgesprochen faire Match zwischen den beiden Damen aus Spanien war entschieden.
(MBou)




















